Der Baldachin Test

Liebe Teilnehmer des Aktionstages,

Sie sind sicher sehr gespannt, welcher Baldachin der strahlungsfreie und welcher der verstrahlte war.

Baldachin A (der linke, wenn man in den Raum kam) war nahezu strahlungsfrei.

In Baldachin B (direkt hinter dem Eingang) waren ein WLAN-Router, ein WLAN-Repeater und eine DECT-Basisstation aktiv.  Dieser Baldachin war verstrahlt.

Beide Baldachine waren 2,20 x 2,20m groß.
Abschirmstoff war in beiden Fällen der Typ "Silver-Tulle" mit einer Schirmdämpfung von 50 dB (ca. 99,999% bei 1 GHz).
Baldachin A wurde uns von der Akademie Bauen-Wohnen-Gesundheit geliehen
und Baldachin B von der Firma YShield.

 

Den Fragebogen haben insgesamt 62 Personen ausgefüllt.

Vorab ist es wichtig auf folgende Merkmale hinzuweisen:

  • Spätwirkung
    Elektrosmog wirkt nicht wie ein Hammerschlag und löst unmitelbare Reaktionen aus. Elektrosmog wirkt wie ein schleichendes Gift. Es verursacht im Körper Stress, was zunächst eine Mobilisierung der Abwehrkräfte bewirkt. Dadurch kommt es anfänglich eher zu einer Stärkung und Erhöhung der Konzentration. Dauerhaft kann der Körper dieses Abwehrniveau nicht halten. Dauerbestrahlung führt zu Dauerstress. Eine Schwächung der Abwehrkräfte und der Kontentration tritt erst nach einer Weile ein. Wie lange diese Weile dauert, hängt von der Konstution und der Strahlungs-Sensibilität der Person ab.

  • Ruhestress
    Der Eintritt in einen strahlungsfreien Raum kann, je nach Vorbelastung, unterschiedliche Reaktionen hervorrufen. War eine Person vor Eintritt in den Raum längere Zeit (mind. 48 Stunden) von Strahlung unbelastet, wird er eher keinen Unterschied im Befinden merken. War die Person jedoch vorher für eine längere Zeit (bei Elektrohypersensiblen reichen dafür oft schon 5 Minuten) einer erhöhten Strahlenbelastung ausgesetzt, verstärkt sich die Symptomatik in einem strahlungsfreien Raum. Das ist vergleichbar mit dem Verlassen eines Konzerts. Erst in der Ruhe merken Sie das Dröhnen bzw. Pfiepen im Ohr. Während der "Bedröhnung" merken Sie davon in der Regel nichts.

Ruhestress und Spätwirkung führen bei vielen Menschen oft zu einer Fehlinterpretation bei der Zuordnung von Symptom zu Belastung. Für eine klare Zuordnung braucht es deutlichere Abgrenzungen und vor allem längere Beobachtungszeiträume. Wer beim Baldachin-Test falsch lag, hat keinen Grund an seiner Wahrnehmung zu zweifeln. So ein Kurzzeit-Test kann schnell in die Irre führen, vor allem, wenn man zuerst im bestrahlten Baldachin saß oder vorher woanders bereits zu viel Strahlung ausgesetzt war.

 

 

Hauptaltersklasse waren die 40 bis 59-jährigen, gefolgt von den Ü-60ern.

Auch ein paar junge Menschen haben teilgenommen.

 

 

 

 

Der Anteil weiblicher Teilnehmer lag mit 63% deutlich über dem 34%igen Anteil männlicher Teilnehmer.

3% der Teilnehmer wollten uns ihr Geschlecht nicht verraten bzw. fühlten sich keiner Gruppe zugehörig.

 

 

Mit 81% hat die deutliche Mehrheit einen Unterschied zwischen beiden Baldachinen gespürt?

Da im Vorfeld angekündigt war, dass es einen Unterschied gilt, ist diese Mehrheit mit einem wissenschaftlichen Fragezeichen zu versehen.

 

 

 

 

Bei der Frage, welcher der beiden Baldachine strahlungsfrei ist, haben mit 48% mehr auf den Falschen als auf den Richtigen (44%) getippt.

 

 

Unter den Personen, die sich selbst als elektrohypersensibel bezeichnen, war die Trefferquote mit 61% gegenüber 39% deutlich höher als

unter den Personen, die sich als nicht elektrosensibel bezeichnen. In dieser Gruppe wurde in der Mehrheit (55%) auf den falschen Baldachin getippt. 

 

Fazit der Veranstalter: Da uns Spätwirkung und Ruhestress bekannt sind, hatten wir angenommen, dass das Ergebnis ein typisches Zufallsergebnis ist und damit ausgeglichen. In der Gesamtsumme lagen wir mit dieser Annahme richtig. Uns hat überrascht, dass es bei diesem Kurztest trotzdem einen markanten Unterschied zwischen Elektrohypersensiblen und Nicht-Sensiblen gibt. Das zeigt, dass Elektrohypersensible in ihrer eigenen Körperwahrnehmung offenbar etwas besser trainiert sind.

Dieser Kurztest kann keine deutliche Aussagen zu EHS treffen. Für eine solche Aussage braucht es Langzeitbeobachtungen und parallele Messungen von Körperfunktionen (EEG, EKG, HRV, Blutbild, etc.). Leider gibt es bisher keine offzielle wissenschaftliche Studie, die solche Kriterien erfüllt. Bisherige wissenschaftliche Untersuchungen zu EHS, waren leider ähnlich wie unser Baldachin-Test und zielten lediglich darauf, ob Menschen einen bewussten Sinn (wie sehen oder hören) für Strahlung haben. Fordern Sie richtige EHS-Langzeit-Studien mit Begleitmessungen vom Abgeordneten Ihres Wahlkreises und Ihrer Partei, damit Elektrohypersensible endlich ernst genommen werden!

Bitte geben Sie uns Feedback, damit wir wissen, was wir gut gemacht haben und was noch besser geht.